Donnerstag, 5. Juli 2012

Die Schlacht um den Bröckelturm

Klan Knisterfell hat seine erste (wenn auch ungewertete, weil noch nicht mit bunten Minis) Schlacht ausgetragen. Gespielt haben wir gestern abend hier bei mir. Matthias, Markus und ich  haben uns spontan an eine 500 Punkte 3 Spielerschlacht gewagt und uns ein kleines Szenario drum herum ausgedacht.
Beim Aufbau des Geländes und der Armeeaufstellung haben wir noch brav dran gedacht ein paar Fotos für nen kleinen Spielbericht zu knippsen , aber in der Hitze des Gefechts hab ich leider gar nicht mehr dran gedacht, weshalb ich hier leider nur ein brauchbares Foto von vor Spielbeginn drunterstellen kann:





Ziel des Szenarios war es den zerfallenen Wachturm in der Mitte des Schlachtfeldes einzunehmen und bis zum Ende des Spiels zu halten. Dieser war zu Beginn von 10 neutralen/abtrünnigen Chamäleon-Skinks besetzt die stet`s das nächstbeste Ziel aufs Korn nahmen und versuchen würden den Turm gegen jeden Angreifer zu verteidigen. Wir teilten das Feld in drei Kreisausschnitte a 120° und einigten uns auf einen Mindestabstand von 18" zum Turm und zu feindlichen Einheiten. Dann wurde durch Würfelwurf bestimmt, wer welche Aufstellungszone erhält und los ging`s. Obwohl Matthias seine 500 Punkte als erstes aufs Feld gebracht hatte, konnte ich für meine Skaven den ersten Spielzug erwürfeln. Meine Klanratten und Sklaven rückten vor um sich von verschiedenen Seiten langsam dem Zentrum zu nähern. Die Jezzails brachten sich in eine bessere Schussposition und durften daher in dem Zug nicht mehr feuern. Meine Warpblitzkanone nahm die bedrohlich nahen Saurüssel aufs Korn, der Warpblitz mit Stärke 2 verdampfte aber leider wenige Millimeter vor seinem Ziel, womit mein erster Spielzug auch schon endete. Die Hochelfen rückten ebenfalls vor. Die Seegarde feuerte auf die Chamäleonskinks zwielichtiger Loyalität die den Turm besetzten und fügten diesen die ersten 2 Verluste des Spiels zu. Die Bordbewaffnung der Weißen Maid schoss eine Salve auf den Feuersalamander. Scheinbar betrachteten die Hochelfen jedes geschuppte Wesen in der Nähe als Feind.
Dann kam Matthias an die Reihe. Der große Block Sauruskrieger wendete sich meinen Skavensklaven zu und rückte vor. Der Schamane schwebte am Spielfeldrand entlang, darauf bedacht außerhalb der Sicht der Rattenmenschen zu bleiben, um sich in Zauberreichweite zu bringen. Der verwundete Salamander umging den Wald vor ihm und wendete sich so ebenfalls den Sklaven zu, denen er prompt eine Kostprobe seines Feueratems entgegenhauchte. Er erwischte 13 der bemitleidenswerten Infanteristen, von denen 8 quiekend und schreiend in den Flammen ihr Ende fanden. Von Panik überwältigt lösten sie sogleich ihre Formation und wollten in Skavenmanier ihr Heil in der Flucht suchen. Doch in Zug Nummer 2 ließ sich Skritz Knisterfell persönlich dazu herab, extra seine Formation innerhalb der Klanratten zu ändern um in Hörreichweite zu den Sklaven zu kommen. Die angedrohten Strafen und Beleidigungen die er ihnen zubrüllte zeigten ihre Wirkung und in der Sklaveneinheit kehrte wieder Ruhe ein. Die Rattlingkanone nahm die Skinks im Turm ins Visier und erschoss eines der kaltblütigen Wesen. Die Jezzails wollten nicht das nächste Opfer des Salamanders werden und eröffneten das Feuer, was der Bestie einen weiteren Lebenspunkt nahm. Die Warpblitzkanone wollte erneut die herannahenden Schuppenkrieger vernichten, doch eine unglückliche Fehlfunktion führte zu einer mittelgroßen Warpexplosion die das Kriegsgerät und die Besatzung über den Hügel verteilten und die Luft mit dem Geruch nach reinem Warpstein erfüllte. Ein schwerer Schlag für den Kampfeswillen des Klans... vermutlich hatten Anhänger des Klans Skryre von Knisterfells Vorhaben erfahren und die Maschine sabotiert... ein Problem mit dem man sich nach der Schlacht beschäftigen sollte. Dann waren wieder die Elfen am Zug. Die Gardisten wandten sich den herrannahenden Chamäleonskinks zu (ja es gab auch eine Einheit unter Matthias' Kommando) und eröffneten das Feuer. (ich glaube ohne oder mit bescheidenem Erfolg). Auch der Speerschleuder gelang es nicht, den Salamander niederzustrecken, was sich sogleich rächen sollte. Im Zug der Echsenmenschen wandte sich das Biest nämlich nun den Schwertmeistern zu. Es stürmte los und versengte mit seinem feurigem Atem einige der Krieger, was aber bei Weitem nicht ausreichte um sie aus der Ruhe zu bringen. Die Sauruskrieger versuchten die Sklaven anzugreifen, erreichten diese aber nicht. Der Schamane begab sich gefährlich hinter die Schlachtreihe der Skaven und wirkte einen Fluch auf die Rattlingkanone. Diese erlitt nun für die kommende Runde -1 auf Trefferwürfe und Moral.
Die Skaven entschlossen sich nun (endlich) zu einem Sturmangriff auf den Turm. Der Beschuss der angeschlagenen Skinks brachte 1 Klanratte zu Fall, in dem folgenden Nahkampf kam eine weitere um. Dafür gelang es Skritz und dem Häuptling Fletsch den Turm einzunehmen. Die Jezzails waren ebenfalls vorgerückt (da ich über die Option nachdachte, die Scharfschützen in dem Turm zu positionieren. Die Rattlingkanone wählte sich den Skinkschamanen auf dem schwebenden Thron als Zielscheibe und holte ihn mit 10 Schuss aus der Luft. Im Zug der Hochelfen wurde der Salamander von der Speerschleuder niedergestreckt. Die Chamäleonskinks wurden beschossen, aber nicht vernichtet und die Schwertmeister stürmten den Turm und schlachteten die Klanratten ab, die dennoch tapfer die kürzlich eroberte Position hielten. In einem außerordentlich dummen Anflug von Heldenmut aktzeptierte Fletsch die Herausforderung des Champions der Schwertmeister und fiel unter den ersten Hieben des flinken Elfs. Unter Mangel an lebenden Klanratten die hätten zurückschlagen können, erlitten die Schwertmeister keinen einzigen Verlust.
Die Echsenmenschen, die nun nur noch 2 Einheiten auf dem Feld hatten, stürmten in Richtung der Jezzails, die sie zwar nicht erreichten, aber sich so wenigstens dem Turm nähern konnten. Die Chamäleonskinks konnten durch eine gutgezielte Salve ihrer Giftpfeile die Speerschleuder auslöschen.
Im leider noch nicht letzten Spielzug der Skaven erkannte ich, wie dumm es wäre die Klanratten aus dem Turm abzuziehen. Aus Sympathie zu meinen Jezzails ließ ich diese erneut laufen statt schießen und brauchte sie außer Angriffsreichweite der Sauruskrieger. Meine Sklaven stürmten nun ihrerseits auf die geschuppten Krieger zu und griffen diese von hinten an. In der Schussphase ließ das Waffenteam die Rattlingkanone heulen und riss einen Sauruskrieger sowie zwei der entbehrlichen Sklaven-"krieger" ins Verderben. Durch Würfelwürfe beider Seiten zum Gunsten der Rattenwesen erreichten sie ein Unentschieden und beide Einheiten blieben im Kampf gebunden. ( Hier muss ich mich bei Matthias entschuldigen. Ich hab beim Kampfergebnis eine Standarte für meine Seite eingerechnet, doch nach dem neuen Armeebuch können Sklaven nur einen Champion und einen Musiker erhalten. Also auf das gezielte Nachfragen ob ich einen Musiker drin hab, hab ich richtig geantwortet, aber eigentlich hättest du den Nahkampf um einen Punkt gewonnen, da meine Sklaven keine Standarte hätten. Tut mir Leid, ich hoffe mir unterstellt niemand da ne böse Absicht. Wie man an der Kommandoeinheit weiter oben sieht hatten die ja früher ne Standarten-Option *schäm). Skritz Knisterfell gebrauchte seine Warpsteinmuskete in diesem Zug (wie auch eigentlich im gesamten Rest des Spiels) eher dazu wichtig und beschäftigt auszusehen, als wirklich irgendwen oder irgendwas zu treffen.Ein Nahkampf  beim Turm fand in meinem Zug zum Glück nicht statt, da sich die Einheiten beim Gebäudekampf wieder voneinander lösen wenn der Verteidiger stand hält. Im Zug der Hochelfen wandten sich der Magier und die Gardisten den mittlerweile lästigen Chamäleonskinks in ihrem Rücken zu und zwangen diese durch Beschuss zur Flucht. Die Schwertmeister stürmten wieder den Turm und dezimierten die Klanratten auf 3 verbliebende Modelle und ihren Klanführer, die so kurz vor dem Ziel irgendwo den Mut fanden und den Turm weiterhin halten konnten. Im Zug der Echsen sammelten sich die verbliebenen 2 kaltblütigen Skinks mit einem Wurf von Doppel 1. Die Sauruskrieger hatten sich den Sklaven nun zugewandt und machten trotz eher schlechterer Würfelergebnisse nun doch kurzen Prozess mit den Rattenwesen. Diese wurden aufgerieben und in die Enge getrieben, was aber keine weiteren Verluste mehr verursachte.
Damit endete die Schlacht nach der 5. Runde mit einem Sieg der Skaven. Auch wenn der Turm von Hochelfen und Echsen umringt zurückblieb, konnte Skritz mit seiner Beute entkommen. Die genauen Absichten der Hochelfen und der Echsenkrieger werden uns wohl verborgen bleiben, doch die Tatsache dass die Waprblitzkanone sabotiert wurde spricht dafür, dass jemand den Aufstieg von Klan Knisterfell verhindern will...

Alles in Allem, war das Spiel super unterhaltsam. Ich fand wir hatten ne echt gemütliche Runde und nen tollen Abend. Das Spiel lief für mich zumindest sehr skavisch ! Sklaven die fliehen, zum sammeln gezwungen werden um dann ihr Leben aus mehr oder weniger taktischen Gründen doch noch auf dem Spielfeld lassen. Eine Sabotierte Kriegsmaschine auf der, am Anfang wie immer eigentlich, alle Hoffnungen ruhten. Ein Häuptling, der für seinen unskavischen Heldenmut die Quittung bekommt und zu guter letzt ein zufriedener Klanführer, der trotz immenser Verluste, einen persönlichen Sieg errungen hat. Für den Posten des "Häuptlings" findet sich schnell Ersatz, wer würde so ein Angebot mit der Aussicht auf etwas "magische" Ausrüstung denn schon ablehnen?

Und zu guter letzt noch ein Wort zur Magiephase. Ich hab in dem Bericht oben die Magiephase meist völlig außer acht gelassen. Das lag zum einen daran, dass in dem Spiel mit so niedriger Punktzahl die magischen Mittel eines Jeden sehr eingeschränkt waren (ich hatte keinen Magier, Matthias Skinkschamane war Stufe 1, der Hochelfenmagier ebenfalls + Stab der ihm einen zweiten Zauber erlaubt wenn ichs richtig weis).
Das 3-Spieler-Spiel brachte leider vor allem in der Magiephase einige Regelfragen mit sich, die wir nicht zufriedenstellend beantworten konnten. Hauptproblem war die Frage, wer erhält wie viele Bannwürfel und wer darf was wann bannen. Am Anfang erhielt immer jeder Gegner die erwürfelte Anzahl Bannwürfel, was jedoch dazu führte, dass der zaubernde Spieler stets benachteiligt ist, da ja dann effektiv doppelt so viele Bannwürfel gegen ihn stehen. Bei der Variante, die erwürfelten Bannwürfel zwischen den beiden nicht-aktiven Spielern aufzuteilen, sind aber eben diese Spieler stets benachteiligt, da ihnen ja nur ein Bruchteil des Bannpools zur Verfügung steht. Auch haben wir keine Möglichkeit gefunden die Würfel fair aufzuteilen. Insgesamt sorgte das Thema für viele und vermutlich an diesem Abend auch für die hitzigsten Diskussionen. Wir einigten uns per Würfelwurf darauf, es so blöd weiterzumachen wie wir es angefangen hatten, was dazu führte, dass eigentlich das gesamte Spiel der Tiergestalt - Unterstützungszauber auf den Schwertmeistern lag und der Krähenruf ab und an von Matthias gebannt wurde, da dieser fast immer seine Skinks zum Ziel hatte. Wenn wir also das nächste mal planen eine 3 Spieler oder überhaupt eine Mehrspielerpartie zu spielen, sollten wir uns einige Gedanken über die Magiephase allgemein und die Aufteilung der Bannwürfel im speziellen machen. Wir haben in kleinem Rahmen ein wenig ausprobiert, aber keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Sollte man dann auch noch mit mächtigeren Magiern spielen, die das Spiel stärker beeinflussen können, kann das durchaus ein echter Streitpunkt werden.

Damit dann mal viel Text, leider wenig Bilder (Matthias hat einige mehr gemacht, vielleicht sendest du sie mir per Mail und ich füge sie dazu, oder du postest nen eigenständigen kleinen Bericht ?) von mir. Das Spiel hat mich echt Motiviert meine Skaven zu bepinseln, damit die auch mal auf die Fotos kommen ^^ und ich ein paar Punkte sammeln kann. War ein echt toller Abend, können wir hoffentlich zeitnah wiederholen =)

4 Kommentare:

  1. Dein Bericht ist klasse und gibt den Abend 1:1 wieder. Wegen deinem Musiker und Standartenträger mache dir da mal keine Sorgen. Das führte ja zu keiner spielrelevaten Situation. Vielmehr ärgere ich mich im Nachgang über die Tatsache, dass jeder Schuss auf meinen Salamander noch -1 auf´s BF verursacht. Er hat die Sonderegel Plänker und die trifft man -1 schlechter. Das vergesse ich immer wieder. So hätte er wohl noch ne Runde länger mit dem Feuer gespielt. Aber er hat ja seine Punkte reingeholt.

    Zusammenfassend war´s ne neue Erfahrung auf Grund des Szenarios. Hat echt Spaß gemacht. Man musste Abwegen, ob man nun auf den Turm stürt oder den Feind angreift. So entsteht während des Spieles immer wieder interessante "Verbindungen" untereinander. So ein Spiel können wir gerne wiederholen, dann aber am besten ohne Magie.

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  2. Ja, der Bericht liest sich wirklich klasse und ich musste da an einigen Stellen doch sehr schmunzeln. Wie du bereits erwähnt hattest, waren die Skaven an dem Abend verdammt skavisch und haben schlussendlich doch noch das Spiel gewonnen! Wer hätte auch gedacht, das sich die Ratten so willig und zahlreich in meine Elfenschwerter schmeissen, bis das Spiel endet?

    Die Magiephase mit 3 Personen ist nun wirklich kaum lösbar allerdings fand ich die Option 2w6 EW für den Zaubernden und 2w6 BW für je jeden Bannspieler,wobei nur der höchste Würfel zählt doch recht passend. Nur dürften die Parteien dann nur die Sprüche bannen, die sie betreffen - das wäre immerhin noch die fairste Lösung aber funktioniert auch nur, wenn das Verhältnis passt. Ohne Magie zu spielen finde ich nicht so toll, da die Magiephase für mich schon immer einen Reiz ausmachte bei Fantasy - selbst mit meinen Zwergen - und es doch teilweise essenziell ist in größeren Spielen.

    Das Szenario kann ich euch allen aber generell nur weiterempfehlen - quasi ein "Haltet den Trum" aus dem Regelbuch nur mit der Tatsache, das dieser mit einer feindlichen gesinnten Einheit besetzt ist, die auch noch irgend etwas werfen kann. Das bringt einiges an takitischem Kalkül mit und oft überlegt man sich, ob man nun selber angreifen möchte oder die Arbeit doch lieber dem Anderen überlässt, um nachher die Reste aufzuwischen. Nur sollten wir beim nächsten Mal mehr als 10 Skinks reinstellen ;) 20 und ein Häuptling wären interessanter gewesen!

    Sehr schöner abend, gut verpflegt und entspannt gespielt! Sollten wir dringend wiederholen :)

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  3. Joah, ich denke auch die Magiephase komplett streichen ist ein zu großer Eingriff ins Spiel. Bannen ist einfach ne knifflige Angelegenheit, auch wenn man nen Variante findet die Bannwürfel fair zuzuteilen, so stellt sich ja dann die Frage, darf ich mit meinem Skaven Warlocktechniker, dann in nen Nahkampf zaubern an dem nur Echsen und Hochelfen beteiligt sind? Und wer darf Elfische Unterstützungszauber bannen, die betreffen ja keinen Gegner direkt, könnten aber beiden nen Dorn im Auge sein... Werd mir dadrüber bei Gelegenheit mal noch ein paar Gedanken machen und das schriftlich festhalten. Dann könnte man das mal testen und verfeinern... da wird sich sicher ne spielbare Lösung für finden. Freut mich sehr, dass euch der Abend auch gefallen hat. Ich pinsel heute mal ein bisschen an meinen Skaven und versuch zumindest 500 Punkte in dem Chapter flott zu kriegen.

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  4. OK Leute, Magie sollte schon sein. Ich will ja noch den SLANN bemalen, oh Gott.....

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